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Mein Pfeifenschrank
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Die Bilder zu meinem Schrank findet Ihr hier:   Mein Pfeifenschrank

 Mein Pfeifenschrank
 oder: Endlich hab ich meine Lösung !


Bauzeit knapp einen Monat - mit Unterbrechungen. 196 Pfeifen kann ich auf verschiedenen Abständen unterbringen. Damit ist für jede Pfeifengröße eine Möglichkeit geschaffen. Außer für die ganz exotischen Pipen, die man sowieso gesondert präsentieren sollte.

Viele Stunden hab ich damit zugebracht, nachgedacht, dabei so manches
 Pfeifchen geraucht. Die Frage nach einem ausreichend großen, zur
 Einrichtung passenden Pfeifenschrank muß doch irgendwie preiswert zu lösen
 sein. Mit einigen daftlern an lauem Sommerabend in Koblenz ins Thema
 verstiegen, Kataloge geblättert, entworfen und verworfen.
 
 Nach gut 18 Monaten gedanklicher Schwangerschaft, der zwischenzeitlichen
 Anschaffung einer bunten Sammlung von Pfeifenständern und dem
 unnachahmlichen Erlebnis, wenn man einen unbelüfteten Schrank (wenigstens
 mit Glastüren) am Abend öffnet..., sollte es losgehen, irgendwie.
 
 Die Lösungen liegen manchmal so nah - der Sohn eines guten Freundes hatte
 seine Gesellenprüfung als Schreiner bestanden und Papa hatte begonnen, die
 Werkstatt zusammenzukaufen. Mitte Dezember 2002 sollte die Werkstatt
 fertig sein. Im gleichen Gespräch gestand mir meine Frau  einen Platz
 neben unserer Buchenschrankwand zu! Jetzt nahm die Idee aber sofort Formen
 an:
 
 Höhe 190 cm - Tiefe 30 cm - Breite 70 cm
 Unterteil: 40 cm hoch - 30 cm tief - 2 massive Türen
 Vitrinen Teil: 150 cm hoch - 16 cm tief - 2 Glas-Rahmentüren
 
 Skizzen und Berechnungen folgten. In Gedanken hatte ich alles vor meinen
 Augen. Ich begann zu rechnen, wieviele Pfeifen es wohl werden könnten. Bei
 jeder Rechnung kam was anderes raus. Viel später, im neuen Jahr stand
 fest, es wird Platz geben für 196 Pfeifen. 
 

Inzwischen sind die Löcher geschlossen.....


 Christian, der Schreiner, ließ ein leichtes Stöhnen vernehmen, als er
 meiner Beschreibung folgend, den Aufwand vor seinem inneren Auge abspulte.
 Klar, man kann alles machen, das geht schon - aber das kostet Zeit !
 Zeit hab ich, jetzt hab ich so lange keinen Plan gehabt - da kann ich doch
 wohl ein bis zwei Wochen warten, dachte ich. Als ich das dann sagte,
 grinste Christian. Mein Wunsch war es, an der Produktion teilzunehmen. Ich
 wollte von Anfang an mitbauen. Klar gehe das, meinte er. Uff - geschafft,
 kein anderer hätte sich darauf eingelassen, mich Schreinerstümper in seine
Werkstatt zu lassen. Mein handwerkliches Niveau reicht gerade um eine
 Karnickelkiste zusammen zu kloppen. Was eine Abrichte ist, wußte ich zwar,
 aber an so einer Maschine gearbeitet hatte ich noch nie.
 
 Das änderte sich aber alles ab dem 27.12.2002, dem offiziellen Baubeginn.
 Christian hatte das Holz besorgt. 4 Meter lange, unterschiedlich breite,
 ca. 26 mm starke Buchenbohlen. Ich stand da, und muß ausgesehen haben, wie
 ein Schwein, das ins Uhrwerk schaut. Irgendwie hatte ich erwartet, daß da
 fertig verleimte Bretter liegen...., bischen sägen, bischen schleifen,
 zusammenbauen, verleimen, fertig ist die Laube! Fertige Bretter seien viel
 zu teuer, außerdem sei er Schreiner und kein Heimwerker und wenn ich
 mitmachen wolle, dann auch von der Pike an, meinte Christian. O.K. hatte
 ich mein Fett weg, verabschiedete mich von den ein bis zwei Wochen und
 spuckte in die Hände, es konnte losgehen.
 
 Die Bohlen wurden aufgesägt - auf ca.-Maße gebracht, gehobelt. Gut
 eineinhalb Tage waren rum, als wir mit dem Verleimen beginnen konnten. Da
 standen nun alle Teile des Schrankes im Rohbau. Relativ unförmige Bretter,
 alles noch sehr weit weg von erkannbaren Schrankteilen. Alles Holz gut
 verarbeitet, hielten wir inne. Es fehlt Holz! Für die Pfeifenbänke.
 Christian hatte sich verrechnet. Als Nichtraucher war ihm das Ausmaß der
 erforderlichen Holzeinlegeböden für die Pfeifen nicht klar gewesen. Jetzt
 konnte ich mal einen Spruch lassen. "Nach meinen Berechnungen, fehlen rund
 18,20 Meter - netto - in 8 mm Stärke, ca. 70 cm lang, 14 cm tief",
 frotzelte ich. "Kann man ja sicher mal übersehen, hähähä."
 
 Aber für Christian kein Problem. Wir kletterten auf den Boden der
 Werkstatt und zerteilten mal eben mit der Kettensäge eine ewig alte Bohle
 in handliche Stücke. Knapp 5 Meter lang, ca 30 cm breit und 5,5 cm stark.
 Total lange abgelagert.  Und dann ging die Sägerei, Hobelei und
 Abrichterei wieder von vorne los. Am Ende lagen jede Menge Bretter da.
 Genug Auswahl um ausreichend fehlerfreie zu selektieren, die in den
 nächsten Tagen bearbeitet werden sollten. Das sollte meine Aufgabe werden
 - was mich dann bis in meine Träume verfolgte und sich zu einer
 "partiellen Lochphobie" auswuchs.

Christian fräst und fräst....


Abstandstest. Unterschiedlichste Pfeifengrößen sollten untergebracht werden.


War ich froh, daß alles gerade war. Alleine hätte ich das nie hinbekommen.


 
 Nachdem die Bretter aufs endgültige Maß geschnitten waren, konnte ich mir
 eine Schablone für die Löcher fertigen. Danach sollten dann alle anderen
 Bretter gebohrt werden. Irgendwie wurde mir klar, daß dieser
 Arbeitsschritt an der Ständerbohrmaschine zum Exzess wird. Also ran an die
 Profi-Maschine - Langlochbohrer, immer gleich drei Bretter auf einmal.
 Also, rechnen, messen, anzeichnen - vertan. Nochmal das ganze. Endlich -
 alles richtig, 14 Pfeifen auf einem Brett. Das paßt. 14 Bretter für den
 Schrank, à zwei Löcher für jede Pfeife, das macht 392 Bohrungen. Irgendwie
 stieg mir bei dem Gedanken "Saures" aus dem Magen hoch. Mein Gesicht
 schien aus seinen üblichen Zügen geglitten zu sein, jedenfalls begann die
 Frotzelei jetzt erst richtig. Denn die 392 Bohrungen mußten ja noch mit
 der Oberfräse auf beiden Seiten bearbeitet werden - Kanten brechen, eben.
 Wer bis hierhin mitgerechnet hat, weiß, es sind noch 784 Arbeitsschritte
 bis zum endgültigen Feinschliff. Und den natürlich von Hand.
 
 Christian hatte sich in den Kopf gesetzt, daß wir die Bretter ordentlich
 mit den Seitenwänden verleimen wollen. Für Dübel oder ähnliche
 Eckverbindungen sind die Pfeifenbänke aber zu schmal. Also müssen wir in
 die Seiten eine Nut einfräsen. Präzises und konzentriertes Arbeiten.
 Alleine die paar Fräsungen dauerten 2,5 Stunden. Diese kleinen Halter, auf
 die man die Schrankböden sonst auflegt, waren für ihn natürlich gar keine
 Alternative. Wenn schon massiv, dann auch richtig, Punkt.

Oberteil und Unterschrank werden verleimt. Beide Teile haben ihre eigene Rückwand.


 
 Inzwischen konnte ich wenigstens erkennen, daß aus all den Brettern
 wirklich das werden könnte, was ich mir vorgestellt hatte. Der
 Unterschrank wurde verleimt.
 
 Leider mußte ich dann zwei Wochen Pause einlegen, um mal wieder einen Gehaltsscheck zu verdienen. Christian jedenfalls, baute den Schrank erst mal so weit fertig, daß ich ihn am 25.1.2003 nach Hause holen konnte. 

Damit liegt die Bauzeit knapp unter einem Monat, wobei eigentlich fast täglich daran gearbeitet wurde. Natürlich war an diesem Samstag die Zeit reserviert, den Schrank einzuräumen und meinen Pipen das neue Zuhause zu übergeben. 
 

Wer nun Lust bekommen hat, sich auch so ein individuelles Möbel bauen zu lassen – und auch mal ein paar Stunden daran mitarbeiten möchte, der kann sich direkt mit Christian in Verbindung setzen: christianrahardt@web.de , oder eben über mich.

 

Ach so, der Preis: mein kleines Geheimnis... aber sagen kann ich, deutlich günstiger, als alle Schränke, die ich sonst so in den Katalogen gesehen habe. Und wenn ich „deutlich“ sage, dann meine ich das auch so.

 

26.1.2003 
 

23.4.2006:  Christian kann derzeit schlecht erreicht werden. Telefonnummer oder Kontakt bitte über das Feedbackformular.

 
   
   
   
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